Tokyo Teil 4
Tuesday, 20 October 2009 19:25

 Nach dem Grid Race war der ganze nächste Tag frei. Sightseeing war angesagt. Am Abend stand dann das Rennen auf dem Programm auf das ich mich wohl am meisten gefreut habe, das Alleycat. 500 Starter der absolute Wahnsinn. Der Wahnsinn setzte sich dann auch im Manifest fort. 6 Stopps jeder an einem anderen Ende der Stadt. Natürlich war ich komplett überfordert mit meinem Manifest, aber ich hatte mich bereits zuvor an eine Gruppe japanischer Boten angeschlossen, gemeinsam nahmen wir dann das Rennen in Angriff. Das Manifest

Massenstart von 500 Boten im Le Mans-Stil, jeder raste vom Parkplatz in eine andere Richtung auf die Straße und versuchte sein Glück. Unsere 4er Gruppe harmonierte von Beginn weg super. Leider hatte ich keine Ahnung, nicht die geringste wohin wir fuhren, so wurde ich an jeder Kreuzung aufs neue überrascht in welche Richtung es wohl gehen wird. Jedes mal wenn ich die Gruppe führte und wir an eine Kreuzung kamen wurde ich von hinten, mit sehr hilfreichen und sich zum verwechseln ähnlichen Schreien, nach „light“ oder „left“ oder „stlaight“ navigiert. Nach dem ersten Stopp in Shibuya einem riesigen Shoppingcenter, wurde der Verkehr und die Menschen am Straßenrand „weniger“. Die nächsten Stopps waren Ginza und das Sumo-Stadion, danach gings zu einem Gebäude für traditional Dance (hätt ich boß irgendwann den Reiseführer gelesen, dann wüsste ich das das etwas berühmtes war, gleich wie all die anderen Stopps übrigens) auf dem Weg zum Tokyo-Tower stellte ich erste Ermüdungserscheinungen bei meinen Mitstreitern fest.Tokyo Tower

 Am Tokyo-Tower dem 5ten Stopp, kauften sie für sich und mich ein Vitamin-water, die leeren Falschen mussten wir dann bis ins Ziel mitnehmen weil ja in Tokyo nicht „gelittert“ wird. Auf dem (weiten) Weg zum letzten Stopp wurde ich von meinen Mitstreitern immer wieder angefleht langsamer zu fahren, sie brachen nun endgültig ein. An einer roten Ampel mussten wir anhalten weil in der ersten Reihe ein Polizeiauto stand, also reihten wir uns brav dahinter auf, als plötzlich Sino, der Weltmeister von 2008 und spätere Sieger des Alleycats, an uns und der Polizei vorbeiraste. Wir versuchten ihm zu folgen, was die Polizei wiederum veranlasste uns zu Folgen. Wir bogen in sämtliche Seitengassen ab, bis wir sie endlich abgeschüttelt hatten vergingen kostbare 10min. Danach erreichten wir den letzten Stopp im berühmten Rotlichtviertel von Tokyo, vor jedem Club standen finster drein blickende Jakuzzas. Von dort aus waren es noch 3km bis ins Ziel und meine Begleiter mobilisierten nochmals alle in ihnen schlummernden Kräfte um schnell ins Ziel zu kommen. Am Ende reichte es für den 30ten Platz, vobei die Einheimischen noch nicht herausgerrechnet wurden, die offizielle Out-of-town Wertun liegt noch immer nicht vor, aber wenn ich jetzt mal grob geschätzt davon ausgehe das jeder mit mindestens einem Einheimischen Boten mitfuhr, müsste ich so ca. um den 15. Platz platziert sein. Nach 70 km in eineinhalb Stunden und drei mal quer durch Tokyo war ich dementsprechend erschöpft. Andere fuhren über 90km, also hatte ich mit meinen Begleitern richtig Glück, was die Routenplanung anging, weniger Glück hatte ich was ihre Fitness anbelangte, denn ich hätte noch bedeutend schneller fahren können. Wie ich später zu Robot sagte: “They had the brain, but not the legs. I had the legs, but not the brain.“ Das Team, v.l.n.r: brain, brain, legs, brain

 

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